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SICHERHEITSMONITOR (SiMo) - Frühwarnsystem bei Kriminalität

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SIMO: Personenbezogene Daten werden im Sicherheitsmonitor nicht erfasst.

Sie sind hier: BM.I - Öffentliche Sicherheit - 2004 - Ausgabe 3-4


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Öffentliche Sicherheit

Das Magazin des Innenministeriums, Nr. 3-4/2004

SICHERHEITSMONITOR 

Frühwarnsystem bei Kriminalität

Der neue Sicherheitsmonitor hilft der Exekutive bei der Aufklärung und Prävention von Straftaten.

Der Sicherheitsmonitor ist ein bundesweites Datenanalyse- und Speicherungssystem, das den Beamten der Sicherheitsexekutive und Sicherheitsverwaltung als Hilfswerkzeug zur Verfügung steht. Die Daten werden zentral gespeichert und stehen minutenschnell mehr als 25.000 Exekutivbeamten zur Auswertung online zur Verfügung. Der Sicherheitsmonitor liefert das tägliche kriminelle Lagebild für ganz Österreich oder für einzelne Regionen. Der Beamte einer Dienststelle kann sich jeden Tag über das Lagebild in seinem Rayon informieren. Er kann Delikte nach Zeit, Ort, Vorgehensweise der Täter und mehr abfragen – und seinen Dienst danach planen.

Durch die Abfrage dieser Daten werden Kriminalitäts-"Hot-Spots" wie häufig auftretende Delikte, Orte des Verbrechens, Vorgehensweisen der Täter und mehr rasch erkannt. Die Beamten können sofort reagieren, indem sie gezielt in einem bestimmten Gebiet zu einer bestimmten Zeit streifen. Oder sie können präventive Maßnahmen setzen, indem sie Kaufleute oder Schiliftgesellschaften über häufig auftretende Laden- oder Schidiebstähle informieren. Personenbezogene Daten werden im Sicherheitsmonitor nicht erfasst.

Der Gendarmerieposten Pasching in Oberösterreich wurde am 10. Dezember 2003 über verdächtige Ausländer in einem Einkaufszentrum in Pasching informiert. Am Parkdeck sahen die Gendarmeriebeamten einen slowakischen Pkw, der gegen die Fahrtrichtung fuhr und über Sperrlinien flüchtete. Das Auto konnte angehalten werden; im Fahrzeug befand sich Diebsgut, die beiden Autoinsassen wurden vorläufig festgenommen. Die Gendarmen sahen im Sicherheitsmonitor, dass es eine Reihe von Pkw-Einbrüchen in Ober- und Niederösterreich gegeben hatte. Die Beamten konnten den Slowaken 154 Pkw-Einbrüche in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zuordnen. Der Schaden betrug 80.000 Euro.
Bisher wurde die Kriminalstatistik jährlich vom Bundeskriminalamt ausgewertet. Die überprüften Ergebnisse der Statistik lagen erst Monate nach Jahresende vor. "Es gab zwar aussagekräfti- ge Ergebnisse, sie waren aber nicht aktuell, nicht regional differenziert und nicht geeignet für das polizeiliche Führungsmanagement", erläutert Innenminister Dr. Ernst Strasser. "Mit der neuen Analysemethode, der monatlichen Kriminalstatistik und dem Sicherheitsmonitor soll den Mitarbeitern der Sicherheitsexekutive eine tägliche Hilfestellung gegeben werden." Die Exekutive könne auf das regionale und überregionale kriminelle Geschehen rascher und effizienter reagieren. Präventionsmaßnahmen können schneller ergriffen werden.

"Der Sicherheitsmonitor ist minutenschnell, außerordentlich benutzerfreundlich und ermöglicht jederzeit einen aktuellen Überblick über die Sicherheitssituation", sagt Mag. Paul Marouschek, Leiter der Abteilung 4 (Kriminalanalyse, -statistik und -prävention) im Bundeskriminalamt. Die Plattform Sicherheitsmonitor ist Teil des Lageberichts des Bundeskriminalamts. Das System wurde im Herbst von der Abteilung 4 mit Kollegen der regionalen Dienststellen gemeinsam entwickelt. Ausgehend von einem Modell, das die Exekutive bereits im Burgenland anwendete. Dort übermittelten die Dienstellen die täglichen Anzeigen in einer Excel-Tabelle an die Kriminalabteilung, wo sie ausgewertet und wieder zurückgeschickt wurden. Aus dieser Auswertung ersahen die Beamten die Schwerpunkte des Kriminalitäts-Geschehens und richteten ihre Maßnahmen darauf aus. Dieses System war jedoch nur regional anwendbar. Die Abteilung 4 hat daraufhin in Zusammenarbeit mit den regionalen Dienstellen den Sicherheitsmonitor entwickelt, der eine länderübergreifende Erfassung und Auswertung der Daten ermöglicht, die von jedem Exekutivbeamten in ganz Österreich abrufbar sind.

"Der Sicherheitsmonitor ist leicht zu warten und kann dem kriminalpolizeilichen Bedarf jederzeit angepasst werden. Es können neue Delikte aufgenommen oder die Einsatzmöglichkeit kann erweitert werden – zum Beispiel Delikte, die für das Bundesamt für Verfassungsschutz relevant sind", erläutert Marouschek, der mit seinen Mitarbeitern maßgeblich an der Entwicklung dieses Analyse-Systems beteiligt war. "Der Sicherheitsmonitor ist ein wertvolles Hilfsmittel für die Beamten, kann aber die menschliche Erfahrung nicht ersetzen", betont der Abteilungsleiter. "Es kommt auf das Fingerspitzengefühl der Beamten an, wie sie mit dem Sicherheitsmonitor arbeiten."
Der Sicherheitsmonitor ist laut Marouschek von den Kolleginnen und Kollegen in den regionalen Dienststellen gut angenommen worden. Anfänglich machten Netzwerkprobleme den Beamten bei der Eingabe zu schaffen. Es kam zu Abstürzen des Systems. Manche ältere Beamte hatten zudem Berührungsängste mit der neuen Technik. Bis Ende 2004 ist geplant, alle Dienststellen mit neuen Computern und besseren Leitungen auszustatten. Marouschek weist darauf hin, dass der Sicherheitsmonitor "kein Kontrollinstrument für den Arbeitsnachweis der Beamten" sei. Der Abteilungsleiter will die Plattform Sicherheitsmonitor weiter verbessern. Geplant ist die Unterstützung der Daten-Auswertung mittels eines Geografischen Informations-Systems (GIS). Die Beamten können dann die Tatorte auch auf Plänen sehen. Das macht die Planung und den Einsatz leichter.

Die drei Säulen des Sicherheitsmonitors sind

  • Repression: die Exekutive kann rasch und gezielt auf Verbrechen reagieren.
  • Prävention: die Exekutive warnt oder informiert die Bevölkerung.
  • Schnellere und größere Übersicht über die Kriminalitätsentwicklung durch die täglichen bundesweiten oder regionalen Auswertungen.

Jeden Tag gibt es im Sicherheitsmonitor ein Ranking: die Top-20-Delikte werden angezeigt nach Deliktsart, gestohlenen Gütern, Vorgehensweisen der Täter und Tatorten.
Die Einsatzplanung ist durch den Sicherheitsmonitor wesentlich leichter geworden. Eine Schwellwertabfrage ermöglicht es, die Kriminalitätshäufungspunkte besser zu erkennen. Je nach Festlegung des Schwellwerts, zum Beispiel zehn Prozent über den Durchschnittswert bei bestimmten Delikten in einem bestimmten Gebiet in einem definierten Beobachtungszeitraum, werden Über- oder Unterschreitungen farblich dargestellt.

Monatliche Kriminalstatistik
Die Abteilung 4 erstellt eine monatliche Kriminalstatistik, die den Sicherheitsbehörden bis zum 10. eines Monats zur Verfügung gestellt wird. Die monatliche Kriminalstatistik macht es möglich, mittel- und langfristige Kriminalitätstrends zu erkennen sowie deren Ursachen und Entwicklung zu erforschen. So können gezielte Strategien zur Kriminalitätsbekämpfung für jedes Bundesland und jeden Bezirk entwickelt werden. Die Sicherheitsverantwortlichen in den Bundesländern haben Strategien zur Kriminalitätsbekämpfung zu erarbeiten und dem Direktor des Bundeskriminalamts zu berichten, was sie gegen häufig auftretende Delikte unternehmen. Die regionalen Strategien werden im Bundeskriminalamt zusammengeführt und evaluiert, wodurch ein bundesweites Netzwerk zur Kriminalitätsbekämpfung entstehen soll.

Internationale Zusammenarbeit
Das Bundeskriminalamt hofft durch die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit länderübergreifende Lagebilder erstellen zu können. Die Kooperation mit Europol und Interpol soll verstärkt werden. Zwei Beamte der Analyse-Abteilung des Bundeskriminalamts sind bei Europol tätig. Mit dem Sicherheitsmonitor vergleichbare Einrichtungen gibt es in Dänemark, Frankreich und Holland. Die Dänen verknüpfen ihr System mit anderen Datenbanken wie dem zentralen Melderegister und dem Erkennungsdienst. "Das ist in Österreich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich", sagt Analyse-Spezialist Paul Marouschek.

Siegbert Lattacher


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