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2014-04-07 Hohe Strafen für Einbrecher wirken nicht abschreckend

Strenger gegen Einbrecher: Hart, aber sinnlos

Kriminalsoziologin Hofinger:

Hohe Strafen für Einbrecher wirken nicht abschreckend

 

Wissenschaftlerin Veronika Hofinger in der "Presse" zum Plan der Verdopplung der Mindeststrafen für Einbruchsdiebstahl von einem halben Jahr auf ein Jahr: "Innen- und Justizminister sind auf dem falschen Weg. Internationale Studien zeigen, dass hohe Strafen nicht abschreckend wirken."

In der Montagausgabe der Tageszeitung "Die Presse" meldete sich die Kriminalsoziologin Veronika Hofinger in einem Gastartikel im Rechtspanorama zu Wort. Sie schrieb über die Pläne von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die Mindeststrafen für Einbruchsdiebstahl von einem halben jahr auf ein Jahr zu erhöhen. Zur Erinnerung: Die Innenministerin hatte diesen Vorstoß (den sie mit Justizminister Wolfgang Brandstetter akkordiert hat) vor knapp zwei Wochen öffentlich gemacht, nachdem die Polizei die Kriminalstatistik für das Jahr 2013 präsentiert hatte. Zwar ist die Gesamtkriminalität (im Vergleich zu 2012) leicht zurückgegangen, jedoch stiegen Einbrüche in Wohnungen und Häuser wieder an.

Hofinger, die am Wiener Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) forscht, meint nun: "Innen- und Justizminister sind auf dem falschen Weg. Internationale Studien zeigen, dass hohe Strafen nicht abschreckend wirken." Denn, so die Wissenschaftlerin: "Schon jetzt ist jemand, der einen Einbruchsdiebstahl in der Absicht begeht, sich durch die wiederkehrende Begehung der Tat eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen, mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen. Die Berufsverbrecher, die Mikl-Leitner abgeschreckt wissen will, erhalten also schon heute genau jene Mindeststrafe, die sie medienwirksam einfordert. Mit der neuen Regelung würde jeder, der in eine Wohnung oder auch nur in ein Kellerabteil einbricht, wie ein gewerbsmäßiger Berufsverbrecher bestraft und mindestens für ein Jahr hinter Gitter wandern." Internationale Studien würden zeigen, dass hohe Strafen nicht abschreckend wirken. Manchmal kennen die Täter den Strafrahmen gar nicht, so Hofinger.

Sie führt in ihrem Artikel auch ein Beispiel aus ihrem privaten Umfeld an: Ihre Tante wurde selbst Opfer eines Einbruchs. Unbekannte Täter suchten das am Waldrand gelegene Haus in Niederösterreich heim. Es liegt noch dazu in einer Gemeinde, dessen Polizeiposten den aktuellen Sparplänen des Innenministeriums zum Opfer fallen wird. Expertin Hofinger wundert sich, dass die Polizei bei der Tatortbegehung keine einzige Spur gesichert hat und auch keinen Nachbarn zu Wahrnehmungen befragt hat.

Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie unter der wissenschaftlichen Leitung von Reinhard Kreissl widmet sich seit seiner Gründung 1973 der kritischen Analyse von Recht und Kontrolle. proNACHBAR wird künftig mit dem Institut zusammenarbeiten und von den Analysen der Experten profitieren. 

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