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2016-03-17 Ziviler Schusswaffenbesitz - Ja oder Nein

Am 17.32016 wurden Notar i.R. Dr. Georg Zakrajsek (Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich), Dr. Walter Hammerschick (Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie Wien), Karl L. Brunnbauer (proNachbar) und Bbr. Univ.- Ass. Mag. Martin Kaplans (Institut für Strafrecht und Kriminologie, Rechtswissensch. Fakultät Wien) zur Podiumsdiskussion "Ziviler Schusswaffenbesitz" um 19:00 Uhr in die Räumlichkeiten der Burschenschaft Norica, Strozzigasse 7-9, 1080 Wien gebeten.

Angesichts der derzeitigen Sicherheitslage und dem im Vergleich zu früher gesunkenen subjektiven Sicherheitsgefühl der Menschen in Österreich fand diese sehr interessante und in ihrem zivilen Ablauf beeindruckende Veranstaltung bei fast vollem Hause statt.

Mag. Kaplans gab einen kurzen Überblick über die Rechtslage ohne bezüglich des privaten Waffenbesitzes eine Zu- oder Abneigung zu äußern.

Dr. Hammerschick stand dem privaten Schusswaffen-Besitz aus Sicht der Gesellschaft, wie er betonte, negativ gegenüber, Dr. Zakrajsek sehr positiv und Karl Brunnbauer neutral bis positiv, wobei es ihm wichtig erschien, dass der einzelne sich über Möglichkeiten und Grenzen des Waffenbesitzes klar wird (Stichwort: Wer zu alt ist um noch vernünftig damit umgehen zu können, möge eine Waffe abgeben.)

Hammerschicks Hauptargument war, dass legaler privater Waffenbesitz die in der Bevölkerung vorhandenen Waffen vermehrt, was auch zu mehr Schadensfällen führen würde. Er belegte das mit einer internationalen Studie, die zeigt, dass beides positiv korreliert ist. Auf den Einwand eines proNachbar-Mitgliedes, dass sich diese Relationen auch umgekehrt interpretieren lassen, meinte er, beides sei richtig und das würde zu einer Rückkopplung führen. (Allerdings bleibt die zentrale These, wonach der bloße Besitz von Waffen schon zu Schadensfällen führen würde, immer noch eine unbewiesene Hypothese.)

Dass für ein einzelnes potentielles Verbrechensopfer eine Bewaffnung sinnvoll sein kann, stellte aber auch Dr. Hammerschick nicht generell in Abrede und für das damit verbundene verbesserte subjektive Sicherheitsgefühl zeigte er Verständnis.

Ein Hinweis aus dem Publikum auf die vielen in privaten Haushalten befindlichen Waffen der Schweizer Reservisten, die dort kein kriminelles Problem sind, wurde leider nicht näher eingegangen.

Dr. Zakrajsek beklagte, dass sich das Gewalt-Monopol des Staates auflöst, was eine private Verteidigung umso notwendiger macht. Aber auch bei funktionierendem Gewalt-Monopol wäre die Selbst-Verteidigung davon nicht betroffen, denn diese ist ein Menschenrecht.

Die heute oftmals von der Polizei vertretene Ansicht, private legale Waffen würden eher zu einer Eskalation von Konflikten führen, stellte er markig in Abrede - nichts hätte eine stärker deeskalierende Wirkung als der Blick in einen Gewehrlauf!

Herr Brunnbauer von proNACHBAR zeigte sehr anschauliche Graphiken zur privaten Bewaffnung, die er durch Befragungen erhoben hatte. Aber auch abseits von Waffen brachte er gute Verbesserungsvorschläge im Bereich der Kriminalitätsprävention, über die sich wirklich jeder Hausbewohner Gedanken machen sollte!


Di 2016-03-22 07:58

Reaktion eines proNAHBAR Mitgliedes:

Sehr geehrter Herr Brunnbauer,

Zu dem Bericht der Podiumsdiskussion "Ziviler Schusswaffenbesitz" – ja oder nein wurde angeführt, dass die zentrale These, wonach der bloße Besitz von Waffen schon zu Schadensfällen führen würde, immer noch eine unbewiesene Hypothese sei.

Hierzu möchte ich auf ein Informationsblatt des Eidgenössischen Departements des Innern EDI verweisen (Beilage):  

Möglichkeiten der Prävention häuslicher Gewalt durch die Einschränkung der Verfügbarkeit von Schusswaffen

Internationale Studien belegen, dass eine Verschärfung des Waffengesetzes zu einer Reduktion von Suiziden und Tötungsdelikten führt. Dies zeigt unter anderem eine Langzeitstudie aus Österreich. 1997 wurde das österreichische Waffengesetz verschärft. Die genannte Studie verdeutlicht, dass zwischen 1985 und 1997 Suizide und Tötungsdelikte, bei welchen Schusswaffen verwendet wurden, konstant, ja sogar leicht ansteigend waren. Anders zwischen 1998 und 2005. Nach der Verschärfung des Waffengesetzes nahmen sowohl Suizide jährlich signifikant um 4.7% als auch Tötungsdelikte mit Schusswaffen um 2.3% ab (Kapusta et al. 2007).

Belegen lassen sich diese Aussagen auch mit Untersuchungen aus Kanada. Dort wurde im Jahr 2003, acht Jahre nach der Umsetzung des verschärften Waffengesetzes, festgestellt, dass die Rate der Todesfälle durch eine Feuerwaffe um beinahe die Hälfte zurückging (Coalition for gun control 2009a). Insgesamt nahmen zwischen 1996 und 2007 in Kanada Tötungsdelikte in Paarbeziehungen um zwei Drittel ab. Während 1989 in ungefähr 40 Prozent der Tötungsdelikte an Frauen Schusswaffen verwendet wurden, lag diese Rate 2005 aufgrund der strikteren Kontrolle von Feuerwaffen unter 15 Prozent (Coalition for gun control 2009b).“

Vielen Dank für Ihre Arbeit !

Mit besten Grüßen, I. F.

Schweizer Dokument zu diesem Thema

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
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