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Internetbetrugsversuch

proNACHBARn warnen und informieren: Do 2011-12-29 18:40

Hallo, proNACHBAR!

Eine Kanzlei Winterstein verschickt seit Weihnachten vermeintliche Abmahnungen bzgl. Filesharing per mail, angeblich vertritt die Kanzlei Sony und Universal Pictures, habe auch heute eine erhalten. Sind Fälschungen, man soll vorab um weitere Zahlungen zu vermeiden 50 € auf ein Konto in der Schweiz (??!!) überweisen, lustigerweise hat der beauftragte Anwalt eine yahoo-mailadresse ;-).

Weitere Infos dazu unter www.ra-zander.net

Hier die mail im Original - habe grade recherchiert, daß auf der Seite www.golfcabrio.de bzw. auf www.ratgeberrecht.eu (gute Seite!) dieselbe mail  an div. Internetuser  (haben seltsamerweise alle dieselbe IP-Adresse, die auch bei mir angegeben war, ist ja unmöglich) verschickt worden ist - die echte Kanzlei Winterstein in Frankfurt/Main hat damit natürlich nichts zu tun, hat sogar Strafanzeige gegen den Absender dieser betrügerischen mails eingebracht.

Bin mir aber sicher, daß trotzdem schon einige Leute aus Schreck bezahlt haben :-(.  Andererseits, die seltsame mailadresse und Konto in der Schweiz machen stutzig.

Tja, so praktisch das Internet ist, es öffnet weite Möglichkeiten für Kriminelle.... auf der Seite der Anwaltskanzlei Zander aus Mannheim wird auf diesen Betrug hingewiesen.

Freundliche Grüße, Marlene 


Von: Winterstein Rechtsanwälte <anwaltb@yahoo.com>
An: @yahoo.de
Gesendet: 15:23 Donnerstag, 29.Dezember 2011
Betreff: Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung

Abmahnung wegen gesetzeswidriger Verbreitung Urheberrecht geschützten Materials.

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit zeigen wir an, dass uns die Firmen

1. Universal Pictures International Germany GmbH, Hahnstraße 31, 60528 Frankfurt am Main,

2. Sony BMG Music Entertainment Germany GmbH, Neumarkter Str. 28,  81673 München,

mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragt haben. Die ordnungsgemäße
Bevollmächtigung wird anwaltlich versichert.

Namens und in Vollmacht unserer Mandanten nehmen wir Sie hiermit wegen gesetzeswidriger Verbreitung Urheberrecht geschützten Materials gemäß §§ 97, 77, 78 Nr. 1, 85, 16, 19a UrhG in Anspruch, da am 21.11.2011 um 17:45:24 Uhr (MESZ) über Ihren Internetanschluss (IP-Adresse „84.191.75.195") Musik- und Filmmaterial heruntergeladen und zum Herunterladen verfügbar gemacht worden ist.

I. Unsere Mandanten sind die führenden deutschen Film- und Musikunternehmen. Durch illegale Angebote im Internet entstehen ihnen jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Dabei nehmen sog. Filesharing- Systeme eine hervorgehobene Stellung ein. Filesharing- Systeme, die zumeist als „Tauschbörsen" bezeichnet werden, sind ein „Umschlagplatz" für Daten. Die Nutzer bieten sich In diesen Systemen gegenseitig Inhalte zum Kopieren an. Der Begriff Tauschbörse umschreibt das tatsächliche Geschehen in Filesharing- Systemen insofern nur sehr unpräzise, weil es sich tatsächlich um ein Kopiernetzwerk handelt. Wer etwas tauscht, gibt eine Sache weg, um dafür eine andere zu bekommen. Bei „Musik- und Kinofilmtauschbörsen" werden dagegen Musik und Filmaufnahmen zur Vervielfältigung angeboten. Der Anbieter behält seine Aufnahme, derjenige, der sie herunterlädt, bekommt sie ebenfalls.
Dieser Vorgang hat in Ihrem Fall stattgefunden.

II.
Im Auftrag unserer Mandanten wurden von der Firma proMedia Gesellschaft zum Schutz geistigen Eigentums mbH Filesharing- Systeme auf rechtsverletzende Angebote hin überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass am 21.11.2011 um 17:45:24 Uhr (MESZ) über einen Internetanschluss, dem zu diesem Zeitpunkt die IP-Adresse „84.191.75.195" zugewiesen war, Urheberrecht geschütztes Material heruntergeladen wurde und/ oder zum Herunterladen verfügbar gemacht worden ist. Im Übrigen wurden zu Beweissicherungszwecken von dem betreffenden Internetanschluss einzelne Dateien heruntergeladen. Auch hierüber liegen uns ausführliche Dokumentationen der Firma proMedia GmbH vor, die im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung vorgelegt werden.
In dem daraufhin eingeleiteten und von der Staatsanwaltschaft München unter dem Aktenzeichen 374582 geführten Ermittlungsverfahren wurde nachweislich festgestellt, dass die o.g. IP-Adresse zum o.g. Zeitpunkt ihrem Internetanschluss zugewiesen war.

III.
Wenn Musik- und Filmaufnahmen ohne Einwilligung der Rechteinhaber (Komponisten, Textdichter, ausübende Künstler, Tonträgerhersteller) im Internet angeboten werden so stellt dies eine Verletzung von Urheber- und Leistungsschutzrechten dar. Unsere Mandanten haben dem nicht zugestimmt. Die angefertigten Vervielfältigungen von Aufnahmen mit dem Zweck, die Aufnahmen Dritten und damit der Öffentlichkeit zum Herunterladen zur Verfügung zu stellen, verstoßen daher gegen §§ 77, 85, 16 UrhG. Das Speichern von Musikaufnahmen auf der Festplatte eines Computers stellt dabei eine Vervielfältigung gemäß § 16 UrhG dar, unabhängig davon, ob die Aufnahme von einer CD/DVD auf die Festplatte kopiert oder von einem anderen Rechner heruntergeladen und dann abgespeichert wird. Zudem verletzt das Bereitstellen von Musikaufnahmen auf einem Computer zum Abruf durch Teilnehmer von Filesharing- Systemen ohne Einwilligung der Rechteinhaber das ihnen gemäß §§ 78 Nr. 1, 85, 19a UrhG zustehende ausschließliche Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

Diese Verwertung der Musikaufnahmen wird auch nicht durch Ausnahmeregelungen des UrhG gestattet. Vervielfältigungen zum Zweck des öffentlichen Download-Angebots sind gerade nicht von § 53 Abs. 1 UrhG gedeckt. Auch ursprünglich legal zum privaten Gebrauch hergestellte Kopien dürfen nicht öffentlich wiedergegeben werden, § 53 Abs. 6 UrhG.

IV.
Namens und in Vollmacht unserer Mandanten fordern wir Sie daher auf, einen Mahnbetrag in Höhe von  50€ auf das unten angegebene Bankkonto zu überweisen.

Falls die Zahlung des Mahnbetrags bis zum 09.01.2012 ausbleiben sollte, werden wir gezwungen sein, gerichtliche Schritte einzuleiten wobei eine Forderung gemäß der Höhe des Streitwerts, in Höhe von mindestens  6,820.00 €  Fällig sein wird

Dieser Anspruch besteht im Übrigen unabhängig davon, ob zwischenzeitlich alle Dateien von dem betreffenden Computer gelöscht wurden, und auch unabhängig davon, ob Sie als Anschlussinhaber die Rechtsverletzungen möglicherweise nicht selbst begangen haben. Als Inhaber des Internetanschlusses über den die Urheberrechtsverletzungen begangen wurde, sind Sie schließlich nach den Grundsätzen der sog. Störerhaftung für die eingetretenen Rechtsverletzungen verantwortlich, auch wenn Sie Filesharing- Programme nicht selbst genutzt haben sollten. Uns liegt eine Vielzahl gerichtlicher Entscheidungen aus jüngster Zeit vor, die eine Haftung des Anschlußinhabers bei Urheberrechtsverletzungen durch Dritte - insbesondere die jeweiligen Kinder, aber auch unbekannte Dritte bei Verwendung eines ungeschützten WLAN- Anschlusses - bestätigen.

Inwieweit Sie die Rechtsverletzungen im Einzelnen selbst begangen haben, wurde bislang zwar nicht abschließend geprüft, als Inhaber des streitgegenständlichen Internetanschlusses sind Sie jedoch in jedem Fall zur Erstattung der Rechtsverfolgungskosten verpflichtet.

Mit Zahlung des Mahnbetrages sind sämtliche Ersatzansprüche - also auch die gegebenenfalls gegenüber Dritten bestehenden Schadensersatzansprüche - aus der vorliegenden Angelegenheit vollständig abgegolten.

Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die hiermit geltend gemachten zivilrechtlichen Ansprüche von einer unter Umständen bereits zuvor in dieser Sache erfolgten Einstellung des Strafverfahrens nicht betroffen werden.

V.
Zusammenfassend raten wir Ihnen im Hinblick auf eine rasche, gütliche Erledigung der vorliegenden Angelegenheit zu folgendem konkreten Vorgehen:

1. Stellen Sie sicher, dass keine weiteren Urheberrechtsverletzungen mehr über Ihren Internetanschluss erfolgen können.

2. Transferieren Sie den Mahnbetrag in Höhe von 50€ auf das folgende Bankkonto:

Swissquote Bank  (Schweiz)

IBAN: CH6508781000058970600

BIC: SWQBCHZZXXX

Als Verwendungszweck, bitte Ihre IP-Adresse „84.191.75.195" angeben.

Wir hoffen, die vorliegende Angelegenheit auf dieser Grundlage gütlich beenden zu können, weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass wir uns vorbehalten, nach fruchtlosem Ablauf der genannten Fristen die geltend gemachten Forderungen  in Höhe von mindestens 6,820.00 € gerichtlich durchzusetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Winterstein  Rechtsanwälte
Darmstädter Landstraße 110
60598 Frankfurt am Main

Geschäftsführende Gesellschafter:
Klaus Rüdiger Fritsch, Thomas Stein
UST-Id Nr.: DE 155 600 75
PR 1836
AG Frankfurt am Main

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