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2013-10-01 "proNachbar" bei dritter SELPE-Tagung in Bulgarien

 

Polizeiexperten aus ganz Europa zeigen enormes Interesse

an privater Wiener Sicherheitsinitiative

Vor einigen Tagen konnte "proNachbar" wieder einmal einen internationalen Gedankenaustausch mit anderen lokalen Sicherheitsinitiativen und Polizeien aus EU-Staaten führen. Wir waren zu Gast bei der dritten SELPE-Tagung ("Sharing Experiences in Local Policing in Europe"), die nach Neapel (I) und Valencia (SP) diesmal in der bulgarischen Hauptstadt Sofia stattfand. Von 30. September bis 2. Oktober 2013 versammelten sich dort rund 60 Experten aus der Exekutive und von privaten Sicherheitsinitiativen, um Projekte der kommunalen Kriminalprävention vorzustellen und zu diskutieren. Für "proNachbar" waren Obmann Karl Brunnbauer und Klaus Stöger, der sich seit einigen Wochen verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit unseres Vereins widmet, in Bulgarien. Die beiden waren die einzigen Vertreter eines deutschsprachigen Landes bei dieser Tagung. Insgesamt nahmen Experten aus 15 EU-Staaten teil.

Das von der EU geförderte SELPE-Projekt widmet sich dem "Community Policing". Dieser Begriff lässt sich nur bedingt ins Deutsche übersetzen. Man könnte ihn jedoch mit "bürgernaher Polizeiarbeit" umschreiben. Es geht um Kriminalprävention und polizeiliche "Sozialarbeit" in einem zumeist städtischen Umfeld. Diese herausfordernde zeit- und personalintensive Tätigkeit bewegt sich im Spannungsfeld von Eigentumskriminalität, Streitfällen unter Nachbarn (Lärm, Hunde, Müll), sozialen Schwierigkeiten in einem Stadtviertel (hohe Arbeitslosigkeit, hoher Ausländeranteil) bis hin zu strukturellen Problemen (zu wenig Grünflächen, Verkehrsprobleme, fehlende Nahversorgung, schlechter baulicher Zustand der Wohnungen). Polizisten, die in diesem Tätigkeitsbereich arbeiten, benötigen hohe soziale Kompetenz. Viele haben eine zusätzliche Ausbildung als Mediator.

Als einer der ersten Redner der Konferenz - nach der Eröffnung durch den stellvertretenden bulgarischen Innenminister Plamen Angelov und einem wissenschaftlichen Vortrag der Londoner Kriminologin Tiggey May - war bereits "proNachbar"-Gründer Karl Brunnbauer am Wort. Er gab in einer 30-minütigen Präsentation einen Überblick über die Aktivitäten unseres Vereins. Danach bot sich die Gelegenheit für spezielle Fragen zum Wiener Nachbarschaftsprojekt. Hier zeigten sich besonders Teilnehmer aus Großbritannien, Spanien, Portugal und Italien sehr interessiert. In zwei parallel laufenden Sessions folgte danach die Vorstellung von knapp 15 "Community Policing"-Projekten aus anderen EU-Ländern.

Ein gemeinsames Abendessen aller Teilnehmer am Abend des ersten Tages bot Gelegenheit für Gespräche und Diskussionen im kleinen Kreis: Für die beiden "proNachbar"-Teilnehmer eine hervorragende Möglichkeit über den Tellerrand zu blicken und in persönlichen Gesprächen ähnliche Sicherheitsprojekte - unter anderem aus Finnland, Estland und Moldawien - kennenzulernen. Auch am folgenden Tag präsentierten knapp zwölf weitere Teilnehmer ihre Programme. Die Konferenz endete am Nachmittag des 2. Oktober.

Im folgenden stellen wir einige interessante Projekte der SELPE-Tagung von Sofia kurz vor:

- Ion Braga aus Estland berichtete über die Erfolge der "Estonia Neighbourhood Watch Association" und deren Expansion nach Moldawien.

- Der Polizist Jouni Perttula erläuterte ein "proNachbar"-ähnliches Projekt aus dem Südwesten Finnlands.

-Inspektor Richard Langton von der West Mercia Police in Wellington (West Midlands/Großbritannien) berichtete in seinem Vortrag vom Engagement seiner Kollegen, Kinder von Einwanderern zu betreuen sowie über die "Safer Neighbourhood Teams" der Polizei von Wellington.

- Ildiko Nagy, Beamtin für Kriminalprävention im Polizeipräsidium des Komitats Csongrád (Ungarn) sprach über die Initiative der Polizei für mehr Sicherheit und sozialen Zusammenhalt auf einschichtig gelegenen Höfen ("Tanyas") in der südungarischen Tiefebene.

- Iliyan Iliev von der Polizei der bulgarischen Großstadt Stara Zagora erzählte von den Erfolgen seiner Behörde, Kinder und Jugendliche der Roma-Volksgruppe besser zu integrieren.

- Antonio Berlanga von der Polizei der spanischen Hafen-Metropole Valencia sprach über die bereits seit 1992 bestehenden Erfahrungen des "Community Policing" in der 800.000 Einwohner-Stadt.

- Jason Booth von der South Yorkshire Police in Woodhouse (Großbritannien) berichtete, wie  Polizei und Bürger gemeinsam das Problem des exzessiven öffentlichen Alkoholkonsums auf dem Marktplatz der englischen Kleinstadt lösen konnten.

- Monica Diniz von der Stadtpolizei Lissabon (Portugal) erzählte über Erfolge und Probleme von kommunaler Polizeiarbeit in der portugiesischen Hauptstadt.

- Prof. Christina Zarafonitou (Head of the Section of Criminology, Panteion University of Social and Political Sciences - Greece) hat zu dem Thema „Local policing as a form of participatory criminal policy? The case of Greece" einen sehr interessanten Vortrag gehalten.

Eine genauere Beschreibung der hier angeführten Initiativen wird in loser Reihenfolge in den nächsten Tagen und Wochen auf unserer Homepage erfolgen.

Fazit von Karl Brunnbauer: "Die vielen neuen Kontakte und positiven Erfahrungen der anderen Länder, haben selbstverständlich Einfluss auf unsere weitere Arbeit im Bereich der Sicherheit in der Gemeinde. „Community Policing" ist der Weg in die Zukunft, dies hat sich wieder bestätigt. Besonders freut mich, dass unser Projekt auch für Spanien interessant ist. Darüber hat Herr Intendente General Jose Vicente Herrera von der Policia Local de Valencia in seinem Vortrag „From Austria to Spain" berichtet".

Fazit von Klaus Stöger: "Besonders lehrreich war für mich zu sehen, wie gut Polizei und Bürger zusammenarbeiten können, wenn die Voraussetzungen und das gegenseitige Verständnis dafür stimmen. Beeindruckt haben mich vor allem die Projekte der Polizei in Valencia. Dort gehört Community Policing schon seit 1992 zur täglichen Arbeit der Exekutive. Dementsprechend groß sind die Erfolge. Es wäre nun höchst an der Zeit, dass sich auch die Wiener Polizei für derartige Beispiele, die in Großstädten ähnlicher Größe seit Jahren funktionieren, zu interessieren beginnt."


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
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